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Pillar Page: Der ultimative Guide für TOP-Rankings in 2019

Von Oliver Ridder | 13.03.2019
 

Pillar-Page-Strategie

Pillar Pages revolutionieren die Arbeit von Suchmaschinenoptimierern. Während in der Vergangenheit der Fokus auf passgenaue Keywords gelegt wurde, für die einzelne Blogbeiträge erstellt worden sind, hat das veränderte Suchverhalten der Nutzer mittlerweile dazu geführt, dass Content heute für ganze Themenbereiche und Problemfragestellungen erarbeitet werden muss. Nur so kann man im Kampf um die besten Platzierungen in der Suchmaschine noch vorne mitspielen. Dies führt dazu, dass aktuell immer mehr Unternehmen ihre Content-Strategie grundlegend umkrempeln. Dabei werden hochwertige, relevante und einzigartige Inhalte in Kombination mit einer klaren Website-Struktur, die es dem User und der Suchmaschine ermöglicht, alle Inhalte schnell und einfach zu erreichen, mit guten Rankings belohnt. Genau hier setzt das Pillar Page-Konzept an: Es bietet eine perfekte Basis dafür, hochwertigen und Buyer-Persona-spezifizierten Content zu verfassen, diesen benutzerfreundlich mit Themen und relevanten Fragestellungen zu verknüpfen und sich über diese Kombination eine starke Autorität aufzubauen. Grund genug, sich einmal im Detail mit der Thematik zu beschäftigen.

In diesem Artikel werfen wir zunächst einen Blick in die Vergangenheit und erläutern, warum die Fokussierung auf einzelne Keywords nicht mehr zeitgemäß ist. Im Anschluss wenden wir uns der kurzen Definition einer Pillar Page zu und erklären daran anknüpfend, warum Pillar Pages heutzutage unumgänglich sind und wie man sie selbst erfolgreich anlegen kann. Dazu liefern wir Ihnen neben theoretischen Grundlagen fünf praxisbezogene Schritte zum Erstellen Ihrer eigenen Pillar Page, denen Sie nach einigen abschließenden Praxisbeispielen zum Ende dieses Beitrags direkt folgen können.

So let’s get started to pillar content for your website!



Übersicht

Was hat sich in der Suchmaschinenoptimierung geändert?

Das Suchverhalten der Internetnutzer hat sich in den letzten Jahren sehr stark verändert. Die Suchmaschinen passen ihren Suchalgorithmus den Bedürfnissen der User an. Auf Basis von jeder einzelnen Suchanfrage lernt Google dazu. Ausformulierte Suchanfragen dominieren den Alltag und verhelfen dem User zu einem schnellen und vor allem passgenauen Suchergebnis. Inzwischen werden bei 70% aller Suchanfragen sogenannte Longtail-Keywords verwendet: Anstatt einzelner Wörter werden ganze Fragen in die Suchmaschine eingegeben. Begünstigt wird diese Entwicklung durch die zunehmende Akzeptanz der Voice Search. Im Jahr 2020 wird voraussichtlich die Hälfte aller Suchanfragen per Spracheingabe erfolgen.

Der Slogan „Content is King“ ist schon lange mehr als nur eine leere Worthülse. Ohne qualitativ extrem hochwertigen Content sind starke Rankings in den meisten Bereichen so gut wie unmöglich. Größtenteils hat die Qualität des Websites-Content inzwischen journalistisches Niveau erreicht und steht der Qualität in Fachzeitschriften um nichts mehr nach.

Hinzu kommt, dass die Texte immer länger werden. Konnte man in der Vergangenheit noch mit einem Keyword-optimierten 600-Wörter-Text gute Rankings erzielen, ist das heute nicht mehr möglich. Textwüsten, in denen Keywords einfach nur aneinandergereiht werden, erkennt Google heute als minderwertigen Content und straft diesen mit schlechten Bewertungen ab. Google versteht mittlerweile den Kontext eines Artikels und erkennt Synonyme sowie verwandte Inhalte. Inzwischen gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen der Wortlänge eines Textes und dem Ranking bei Google (Artikel auf der ersten Position bei Google haben im Durchschnitt 1.890 Wörter).

In der Vergangenheit haben viele Websitebetreiber den Fokus darauf gelegt, möglichst viele Keywords zu ermitteln, für die dann wiederum am laufenden Band Unmengen an Blogbeiträgen produziert wurden. Das mündete dann oftmals in einer unstrukturiert angewachsenen Ansammlung von Blogbeiträgen. Diese drehen sich dazu auch noch häufig um ein identisches Thema und konkurrieren dabei miteinander. Wie soll sich Google z.B. bei den nachfolgenden drei Blogbeiträgen dafür entscheiden können, welcher unter dem Keyword „Agile Marketing“ gefunden werden soll?

Beispiel-Keyword-Kannibalisierung

Dass Google keine Seiten mit minderwertigen oder reduzierten Inhalten mag, ist schon länger bekannt. Solche Seiten führen zu schlechten Usersignalen und wirken sich damit negativ auf das Ranking einer gesamten Website aus. Zumal Google für jede Website nur ein begrenztes Crawling-Budget zur Verfügung hat. Es kann für das Ranking eines Auftritts also nur von Vorteil sein, wenn das Budget nicht für minderwertige Seiten aufgebraucht wird.

 seo-veraenderungen-infografik

Was ist eine Pillar Page?

Eine Pillar Page ist ein Hauptartikel auf einer Website, die sich ganzheitlich mit einem Thema beschäftigt. Aufgrund der inhaltlichen Tiefe kann eine Pillar Page mehrere tausend Wörter umfassen. Auf der Pillar Page sind interne Verlinkungen zu sogenannten Content-Clustern gesetzt. Content-Cluster können Blogbeiträge oder Videos sein. In diesen Content-Clustern werden die auf der Pillar-Page angerissenen Unterthemen detailliert behandelt.

Da von den einzelnen Content-Clustern auch wieder zurück zur Pillar Page verlinkt wird, entsteht ein für den User und für die Suchmaschine zusammenhängendes und strukturiertes Themenumfeld. Während Google die Zusammenhänge auf der Seite einfacher versteht, können sich die User leichter auf der Website zurechtfinden und die gewünschten Informationen schneller erhalten. Pillar Pages wirken somit als Wegweiser auf einer Website.

Content-Cluster-Pillar-Page-Aufbau

Bei der Pillar-Page-Strategie wird für jede einzelne Website ein Hauptkeyword definiert. Dieses Hauptkeyword wird durchgängig für die interne Verlinkung verwendet. Wenn das Hauptkeyword für die Pillar Page beispielsweise „Inbound Marketing“ und für ein Content-Cluster „Inbound Marketing Strategie“ heißt, dann erfolgt die interne Querverlinkung exakt über diese Linktexte. Wird die interne Verlinkung richtig angewendet, ist sie ein sehr mächtiges Werkzeug. Diese schon länger bekannte Technik aus der Suchmaschinenoptimierung macht sich das Pillar Page-Konzept zunutze.

Wenn eine Website einen Link von einer externen Seite erhält, wird der Link Juice durch die interne Verlinkung an den Gesamtkomplex weitergegeben. Die einzelnen Seiten stärken sich somit gegenseitig.

Pillar Pages müssen nicht zwangsläufig Seiten auf der Website sein, sondern können sich auch im Blog befinden. Die meisten Webseiten verfügen über mehrere Pillar Pages inklusive den dazugehörigen Content-Clustern. So können Websites in verschiedenen Bereichen eine SEO-Autorität aufbauen.

Eine Pillar Page sollte aus mindestens sechs Content-Clustern bestehen. Das gesamte Konstrukt muss aber nicht zwingend gemeinsam veröffentlicht werden. Es ist völlig legitim, dass man mit der Veröffentlichung der Pillar Page beginnt und dann Stück für Stück die einzelnen Content-Cluster ergänzt.

In jedem Fall muss der Pillar Page eine strategische Content-Planung vorrausgehen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass man mit den Seiten in Zukunft auch organischen Traffic generieren kann. Nachfolgende Aspekte sollten daher unbedingt bei der Content-Planung bedacht werden:

  • Was sind meine Hauptbegriffe, unter denen ich in Zukunft gefunden werden möchte?
  • Bietet das Hauptthema genügend relevante Cluster-Themen?
  • Wie groß ist das monatliche Suchvolumen des Themenbereichs?
  • Wie sehen die KPIs des bestehenden Contents aus?
  • Wie kann ich den vorhandenen Content sinnvoll in das Pillar Page-Konzept involvieren?
  • Wie verfahre ich mit Bestands-Content, den ich nicht in das Pillar Page-Konzept integrieren kann?

 

Warum ist eine Pillar Page sinnvoll?

Wir haben einleitend bereits ausführlich erklärt, dass sich das Suchverhalten der User und die von Google ausgespielten Suchergebnisse in den letzten Jahren stark verändert haben.

Nachfolgend sind die wichtigsten Veränderungen nochmal zusammengefasst: 

  • User suchen immer mehr nach ganzen Sätzen, weniger nach einzelnen Keywords.
  • Holistischer Content wird in den Rankings von Google immer wichtiger. Google erstellt die Rankings nicht mehr nur nach Keywords, sondern bewertet die Semantik des Textes.
  • Ein längerer Text steigert die Wahrscheinlichkeit auf ein gutes Ranking.
  • Die Suchergebnisse bei Google werden immer präziser und personalisierter.
  • Seiten mit minderwertigem Content wirken sich negativ auf das Ranking einer Website aus.
  • Die Reduktion von veraltetem Content hilft dabei, wichtigen Seiten einen Platz in den Suchergebnissen zu verschaffen.

Das Ziel der meisten Unternehmen bestand bislang darin, mit möglichst vielen Blogbeiträgen starke Rankings für ein Keyword zu erzielen. In der nachfolgenden Abbildung ist die typische Blogstruktur einer Website abgebildet, wie sie auf vielen Seiten (auch auf unserer) in der Vergangenheit eingesetzt wurde:

Website-Struktur-alt

Eine solche unorganisierte Blogstruktur hat zur Folge, dass einzelne Beiträge miteinander konkurrieren oder für den User überhaupt nicht mehr auffindbar sind. Wenn viele Blogbeiträge nur existieren, um des Existierens willen, wirkt sich das negativ auf das Ranking der gesamten Seite aus. Dessen muss man sich bewusst sein!

Durch das Pillar Page-Konzept erhält die Website eine klare Struktur, da sämtliche Content-Elemente so miteinander angeordnet und verknüpft sind, dass der User schnell die gewünschten Inhalte finden kann. Wie das aussieht, zeigt die nachfolgende Abbildung:

Pillar-Page-Konzept

 

Wie erstellt man eine Pillar Page?

Die Erarbeitung eines Pillar Pages-Konzepts ist nichts, was sich nebenher erledigen lässt. Je nach Wettbewerbsumfeld und dem Zustand der bestehenden Website, kann der Aufwand sehr zeitintensiv sein. Der nachfolgende Leitfaden erklärt Schritt für Schritt, wie man bei der Erstellung einer Pillar Page vorgehen kann:

 

Schritt #1: Analyse des bestehenden Contents

Die Analyse des bestehenden Contents stellt die absolute Grundlage für die Erarbeitung des Pillar Page-Konzeptes dar. Diese kann in drei Schritten vorgenommen werden:

  1. Erfassen Sie alle URLs Ihrer Website in einer Excel-Liste. Für die Identifizierung der URLs kann ein Tool wie Screaming Frog genutzt werden.
  2. Erweitern Sie diese Liste nun um alle für Sie relevanten Kennzahlen (z.B. Sitzungsdauer, Bounce Rate, Conversions, organischer Traffic). Die Kennzahlen finden Sie in Ihrem Google Analytics- oder HubSpot-Account.
  3. Nutzen Sie nun ein SEO-Tool wie Sistrix oder Xovi und analysieren Sie, unter welchem Haupt-Keyword das Content-Element aktuell rankt bzw. worunter es in Zukunft ranken soll. Halten Sie das Haupt-Keyword, das monatliche Suchvolumen und die aktuelle Platzierung bei Google mit in der Liste fest.

Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie wir die Analyse des Contents auf unserer Website durchgeführt haben. In Summe ist unser Blog in den letzten Jahren auf über 400 Blogbeiträge angewachsen. Im Rahmen der Analyse sind wir URL für URL durchgegangen und haben definiert, welche Beiträge unverändert bestehen bleiben können, welche überarbeitet werden müssen und welche gelöscht werden sollten.

 Pillar-Page-Content-Analyse

Die Löschung oder Deindexierung von minderwertigen, dünnen und irrelevanten Seiten wird bereits seit einiger Zeit von SEO-Experten empfohlen. Praktisch umgesetzt wird sie aber tatsächlich viel zu selten. Durch eine Seiten-Reduzierung kann das Crawling-Budget von Google viel sinnvoller eingesetzt werden. Die Seite urlaubsguru.de konnte z.B. durch eine Seitenreduzierung von 95% den Sichtbarkeitsanstieg um +775% steigern.

Deindexierung-Seo-Vorteil

 

Schritt #2: Hauptthema der Pillar Page definieren

Wir haben auf unserer Website beispielsweise gleich fünf Hauptthemen definiert und hierfür eine Pillar Page erstellt. Dabei handelt es sich um unsere Dienstleistungen Content Marketing (mtl. Suchvolumen = 8.100), Customer Relationship Management (mtl. Suchvolumen = 3.600), Inbound Marketing (mtl. Suchvolumen = 2.900), Leadgenerierung (mtl. Suchvolumen = 2.600) und Marketing Automation (mtl. Suchvolumen = 1.600). Das sind unsere Kernprodukte, mit denen wir unsere Buyer Persona bei der Lösung ihrer Probleme unterstützen. Nachfolgend wird anhand des Haupt-Keywords „Inbound Marketing“ beispielhaft gezeigt, wie Sie Google Suggest und Google Autocomplete zur Keyword-Recherche einsetzen können:

Keywordrecherche-fuer-Pillar-Page

Schauen Sie sich bei einem Keyword die ersten zehn Ergebnisse bei Google an und überlegen Sie sich, wie schwierig es wird, für dieses Keyword zu ranken. Wenn Sie auf der ersten Seite mit vielen starken Pages (Wikipedia, Spiegel, Focus etc.) konkurrieren sollten, ist es vielleicht zielführender, auf ein anderes Keyword zu setzen.  

Schritt #3: Cluster-Content erstellen

Nachdem Sie das Hauptthema Ihrer Pillar Page definiert haben, geht es nun darum, die passenden Cluster-Themen zu ermitteln. Hier gehen Sie in zwei Schritten vor:

  1. Im ersten Schritt greifen Sie dabei auf die Excel-Tabelle zurück, in der Sie Ihren bestehenden Content analysiert haben. Überlegen Sie sich nun genau, welcher bestehende Content zum Themengebiet Ihres Pillar-Themas gehört. Erweitern Sie Ihre Excel-Tabelle nun um eine Spalte mit der Bezeichnung „Pillar Page“ und kennzeichnen Sie alle Content-Elemente, die Sie mit Ihrer Pillar Page verbinden möchten. Nehmen Sie dabei aber nur solche Content-Elemente auf, die bereits über ein gutes Ranking bei Google verfügen und solche, die Sie mit „überarbeiten“ gekennzeichnet haben.
  2. Im zweiten Schritt analysieren Sie nun die Ergebnisse Ihrer bereits durchgeführten Keyword-Recherche. Gehen Sie die Liste Keyword für Keyword durch und überlegen Sie, ob diese thematisch zu Ihrem Pillar-Content passen. Die einzelnen Keywords müssen inhaltlich so viel hergeben, dass Sie als eigenständige Cluster-Contents fungieren können. Gleichzeitig müssen Sie eine Problemstellung Ihrer Buyer Persona lösen und über ein akzeptables monatliches Suchvolumen verfügen. Anschließend überlegen Sie sich zu jedem Keyword ein geeignetes Thema.

Die nachfolgende Tabelle nutzen wir für die Cluster-Content-Planung:

Content-Cluster-Pillar-Page

Wenn Sie über Themen schreiben, die in der Suchmaschine nicht gesucht werden, werden Sie damit keinen zusätzlichen organischen Traffic auf die Website holen können. Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie für jedes Content-Element auf Ihrer Website nur ein Haupt-Keyword verwenden. So vermeiden Sie, dass einzelne Seiten miteinander konkurrieren und Ihnen damit wichtiger organischer Traffic durch die Lappen geht.

Und nun etwas ganz Wichtiges: Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie auf Ihrer Website zwischen den einzelnen Content-Elementen nur mit dem jeweiligen Haupt-Keyword der zu verlinkenden Seite verlinken. So signalisieren Sie der Suchmaschine, unter welchem Keyword die einzelnen Seiten gefunden werden. Vermeiden Sie auch Linktexte wie „mehr erfahren“ oder „hier klicken“. Wenn Sie die Linktexte für die einzelnen Seiten definiert haben, sollten Sie auf Basis Ihrer Excel-Datei jede einzelne URL durchgehen und die in der Vergangenheit gesetzten Verlinkungen überprüfen. Entfernen Sie irrelevante Verlinkungen, überarbeiten Sie falsche Linktexte und setzen Sie sinnvolle neue Verlinkungen. Hierfür können Sie wunderbar die Chrome Extension „Check My Links“ einsetzen. Diese markiert Ihnen alle korrekt gesetzten Verlinkungen in Grün und alle Verlinkungen, die auf eine 404-Fehlerseite laufen, in Rot. Alle internen und externen Links, die nicht mehr funktionieren, sollten direkt repariert werden.

Pillar-Page-Verlinkungen

In der nachfolgenden Grafik können Sie sehen, mit welchen Linktexten zwischen der Pillar-Seite und dem Cluster-Content querverlinkt wird:

Pillar-Page-interne-Verlinkungen

Schritt #4: Content schreiben

Nachdem Sie die strategische Ausrichtung Ihres Pillar Page-Konzepts abgesteckt haben, geht es nun darum, passenden Content zu verfassen. Dabei starten Sie mit der Erstellung Ihrer Pillar Page. Zunächst führen Sie einleitend in das Hauptthema Ihrer Pillar Page ein. Anschließend folgt eine Gliederung mit den einzelnen Kapiteln. Hinter die einzelnen Punkte legen Sie eine Sprungmarke. So hat der User die Möglichkeit, direkt zu einem für ihn relevanten Kapitel zu springen. Das sorgt für eine angenehme Benutzerführung! Während Sie im ersten Kapitel das Thema Ihrer Pillar Page zusammenfassen, sollten Sie das zweite Kapitel mit einer Definition beginnen. In den darauffolgenden Kapiteln reissen Sie die einzelnen Thematiken nur an. Das komplette Thema wird dann jeweils auf dem verlinkten Cluster-Content ausführlich behandelt. Die Pillar Page sollte aber nicht nur aus reinem Text bestehen, sondern auch mit thematisch passenden Bildern, Videos, Slideshows und Umfragen angereichert werden. Das sorgt für Abwechslung und steigert die Verweildauer auf der Seite.

Pillar-Page-Aufbau

Hier sind einige wichtige Tipps, die Sie beim Schreiben Ihrer Pillar- und Cluster-Seiten beachten sollten:

  1. Textlänge: Ihre Pillar Page sollte das Thema vollumfänglich und ganzheitlich betrachten. Der Content sollte einzigartige, hochwertige Inhalte liefern, die dem User einen deutlichen Nutzen bzw. einen Mehrwert bieten. Ein Text muss abhängig von der Intention der Suche angemessen lang sein, darf aber auf keinen Fall zu Lasten der Qualität künstlich in die Länge gezogen werden. Grundsätzlich sollte eine Pillar Page aus mindestens 2.000 Wörtern bestehen.
  2. Keyword-Orientierung: Der Text sollte möglichst holistisch behandelt werden und alle für den User relevanten Begriffe umfassen. Jeder Text wird auf ein Haupt-Keyword optimiert, das regelmäßig im Text vorkommen soll. Je mehr Diversität um das Haupt-Keyword herum in den Text kommt, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Artikel später bei Google gefunden wird. Über das WDF*IDF Tool (http://www.wdfidf-tool.com/) lässt sich bestimmen, in welchem Verhältnis das Haupt-Keyword im Vergleich zur Konkurrenz vorkommt und welche sonstigen Wörter in den Texten der Wettbewerber verwendet werden. Das Tool, „Answer the Public" (https://answerthepublic.com/) kann ermitteln, welche Fragen User zum Haupt-Keyword haben. Diese Fragestellungen können im Artikel mit behandelt werden.
  3. Einleitung: Der Anfang des Textes hat eine hohe Priorität für das spätere Ranking des Haupt-Keywords bei Google. Daher sollte nach Möglichkeit direkt im ersten Satz das Haupt-Keyword genannt werden. Wenn dieses beispielsweise „Inbound Marketing Strategie" ist, könnte der Einstiegssatz wie folgt lauten: „Eine Inbound Marketing Strategie zielt darauf ab, dass ein Unternehmen im Internet durch mehrwertige und nützliche Inhalte von potenziellen Kunden gefunden wird."
  4. Überschriften: Damit Google besser versteht, worum es in dem Artikel geht, werden Überschriften (H1 bis H6) in den Artikel integriert. Die H1 ist die wichtigste Überschrift und kommt nur zu Beginn des Textes vor. Es sollten ungefähr 300 Worte geschrieben werden, bis eine neue Überschrift folgt. In den Überschriften sollten das Haupt-Keyword und die wichtigsten Neben-Keywords verarbeitet werden. Nach der H1-Überschrift verwenden wir in unseren Pillar Pages ausschließlich H2-Überschriften.
  5. Textformatierung: Optisch sollte der Text nicht nur aus Fließtext bestehen, sondern durch Absätze, Tabellen, Aufzählungen, Bilder, Videos und Infografiken aufgewertet werden. All diese Elemente führen zu einem besseren Ranking in der Suchmaschine.
  6. Bilder: Die Bilder auf einer URL werden nach dem Haupt-Keyword und semantisch ähnlichen Keywords benannt. Das bezieht sich sowohl auf den Dateinamen als auch auf den Alt-Text des Bildes. Pro 500 Wörter kann ein Bildelement eingesetzt werden.
  7. Externe Links: Immer dann, wenn es dem User einen Mehrwert liefert, sollten aus dem Artikel heraus weiterführende Links zu relevanten Websites gesetzt werden. Hierdurch wird die Relevanz des eigenen Contents verstärkt. Ob Sie die externen Links auf Follow oder Nofollow setzen, müssen Sie intuitiv selber entscheiden.
  8. Interne Links: Wenn die Zielseite z.B. auf das Haupt-Keyword „Inbound Marketing“ ranken soll, ist es sinnvoll, diese Seite intern konstant mit dem Linktext „Inbound Marketing“ zu verlinken.
  9. URL: In der URL eines jeden Beitrags sollte das jeweilige Keyword enthalten sein. Die URL wird so kurz wie möglich gehalten. Soll eine URL auf das Keyword „Inbound Marketing Strategie“ ranken, lautet die entsprechende URL netpress.de/inbound-marketing-strategie. Es werden keine Unterstriche, Großschreibungen oder Sonderzeichen (z.B. ü) verwendet.
  10. Title Tag: Die Länge des Title Tag sollte maximal 60 Zeichen betragen. Das Haupt-Keyword des Textes sollte so weit vorne wie möglich platziert werden. Zahlen (Die 10 besten Inbound Marketing-Strategien), Datumsangaben (Inbound Marketing-Strategien 2019), CTAs (Inbound Marketing-Strategien [jetzt downloaden]) oder das Verwenden von Klammern (Inbound Marketing-Strategie [Top]) steigern die Klickhäufigkeit. Mit dem SERP Snippet Generator von Sistrix können Sie Ihre Title Tags überprüfen.

Schritt #5: Pillar Page veröffentlichen

Sobald die Pillar Page erstellt worden ist, können Sie sich an die Veröffentlichung machen.

Das Pillar Page-Konzept ist auf Langfristigkeit ausgelegt: Sie sind damit eigentlich nie ganz fertig. Das gesamte Konstrukt sollte sukzessiv wachsen und erweitert werden. Sie müssen nicht gleich mit 100% starten!

Veröffentlichen Sie von Zeit zu Zeit die von Ihnen erarbeiteten Content-Cluster. Wenn Sie bereits bestehenden Content mit in das Pillar Page-Konzept integrieren möchten, können Sie das gerne machen.

Wichtig ist nur, dass Sie Ihre Pillar Page und die einzelnen Content-Cluster-Seiten kontinuierlich überarbeiten, updaten und erweitern. Regelmäßig gibt es neue Erkenntnisse, Studien, Tools und Techniken. Bauen Sie diese Informationen nachträglich in Ihren Content ein. Google liebt Aktualität und honoriert das mit positiven Rankings!

Führen Sie regelmäßig ein Content Audit durch und bewerten Sie die Qualität Ihrer Inhalte. So finden Sie heraus, welche Inhalte gut laufen und wo sie womöglich nachoptimieren müssen.

Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf organischen Traffic. Der braucht einige Zeit, bis er sich einstellt. Erarbeiten Sie für Ihre Pillar Page und Ihre Content-Cluster ein Promotion-Konzept. Finden Sie einen Mix an Kanälen, über die Sie Ihren Content streuen können. Das eingesetzte Budget können Sie dann entsprechend der Qualität der einzelnen Kanäle umverteilen und hierdurch Ihren Erfolg maximieren.

Nachfolgend sind die fünf Schritte nochmal in einer Info-Grafik zusammengefasst:

 pillar-page-infografik

Best Practise SEO-Tipps für Ihre Pillar Page

Wenn Sie den Artikel bis hierhin gelesen haben, sollten Sie über das notwendige theoretische Wissen verfügen, um ein Pillar Page-Konzept für Ihre Website zu erarbeiten.

Hier ist nochmal eine Übersicht mit einigen Best Practise Tipps, mit deren Umsetzung Sie den Erfolg Ihrer Pillar- und Cluster-Seiten pushen können:

  • Probieren Sie, für jede Pillar-Seite ein Video zu erstellen. So können Sie Ihre Expertise unterstreichen und Ihren Usern einen sympathischen Eindruck vermitteln.
  • Erstellen Sie für Ihr Pillar Page-Konzept ein Whitepaper, damit Sie die Seiten gezielt integrieren. So können Sie qualitativ hochwertige Leads generieren.
  • Mit einem animierenden Fortschrittsbalken oder einem Icon, auf dem die Lesedauer des Beitrags angezeigt wird, können Sie das Lesevergnügen steigern.
  • Haben Sie Geduld: Suchmaschinenoptimierung braucht Zeit! Arbeiten Sie kontinuierlich weiter an dem Erfolg Ihres Pillar Page-Konzepts.
  • Setzen Sie auf Qualität anstatt auf Quantität. Veröffentlichen Sie lieber weniger, dafür aber hochwertigen Content. Mit kurzen Texten werden Sie kaum Chancen auf gute Rankings haben. Schauen Sie sich bei jedem Keyword an, wie lang die Wettbewerbertexte auf der ersten Seite bei Google sind.
  • Integrieren Sie CTAs in Ihre Pillar Page und probieren Sie, Leads über Formulare, Demos oder kostenlose Beratungen zu generieren.
  • Remarketing ist eine tolle Möglichkeit, um bestehende Besucher gezielt im Sales Funnel weiterzuentwickeln.
  • Optimieren Sie Ihre Cluster-Seiten nur auf Keywords, mit denen sich auch wirklich relevante Besucher generieren lassen. Überlegen Sie bei jedem Keyword, welche Intention sich dahinter verbirgt. Tendenziell können Sie lieber weniger, dafür aber hochwertigen Traffic generieren, als viel Traffic, der für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung unqualifiziert ist. Das wirkt sich letztendlich auch auf positiv Ihre Conversion Rate aus.
  • Schreiben Sie über Themen, bei denen Sie dem User und damit auch der Suchmaschine einen echten Mehrwert liefern können. Wenn Sie zum Beispiel in einer Social Media-Agentur über Affiliate Marketing-Strategien schreiben, wird Google wahrscheinlich erkennen, dass andere Seiten hier über eine größere Expertise verfügen.
  • 99,1% der organischen Suchanfragen betreffen bei Google die Plätze 1 bis 10. Daher kann man mehr organischen Traffic erzielen, wenn man mit einem kleinen Keyword auf der ersten Seite rankt, als auf der zweiten Seite mit einem Keyword, welches über ein großes Suchvolumen verfügt.
  • Analysieren Sie Ihre Konkurrenz und finden Sie heraus, welche Content-Strategien diese einsetzen. Stellen Sie auch fest, auf welche Keywords Ihre Mitbewerber Seitenoptimierungen vornehmen. Bedenken Sie, dass Sie es bei Google mit einer anderen Konkurrenz zu tun haben als in der Offline-Welt.
  • Nutzen Sie Analyse-Tools, um herauszufinden, wie sich die User auf Ihren Content-Seiten verhalten. So erfahren Sie, wie weit die User auf der Seite scrollen, wohin sie klicken und an welchen Stellen sie unter Umständen sogar abbrechen. Wir setzen HotJar ein, um unsere Seiten sukzessiv zu optimieren.
  • Behalten Sie die Ladezeiten Ihrer Pillar- und Cluster-Seiten im Auge. Verkleinern Sie Bilder, minimieren Sie CSS- und JavaScript-Dateien und laden Sie JavaScripte und CSS-Dateien erst am Ende des HTML-Codes. Je schneller Ihre Website lädt, desto höher sind die Chancen auf gute Rankings.
  • Setzen Sie alle für die Suchmaschine irrelevanten Seiten (Thank You Pages, Blog-Tag- oder Autorenseiten) auf NoIndex.

 

Praxisbeispiele für gute Pillar Pages

Nachfolgend finden Sie einige sehr gut gelungene Beispiele für Pillar Pages. Jede dieser Pillar-Seiten hat etwas, das Sie als Inspiration für Ihren Auftritt nutzen können.

Beispiel #1: Finanztip Indexfonds (ETFs) Pillar Page

Die Pillar Page von Finanztip zeigt wunderbar, wie man mit einer durchdachten Pillar Page in einem hart umkämpften Wettbewerb ein sehr gutes Ranking erzielen kann. Der User erhält schon vor dem eigentlichen Inhaltsverzeichnis unglaublich wertvolle und auf den Punkt gebrachte Informationen. Direkt im ersten Kapitel ist ein Video hinterlegt, das zum Anschauen einlädt. Anschließend folgt eine Definition zum Begriff ETF. Die einzelnen Zwischenüberschriften befinden sich jeweils auf einem farblichen Element, sodass der User direkt weiß, dass hier ein neues Kapitel beginnt. Es wird eine H3-Headline für die Zwischenüberschriften verwendet. 

Pillar-Page-Beispiel-1

 

Beispiel #2: Pillar Page zum Thema Facebook Marketing von HubSpot 

Ein Paradebeispiel für eine gelungene Pillar Page zum Thema „Facebook Marketing“ hat HubSpot gebaut. Nachdem zunächst einleitend in das Thema Facebook eingeführt wird und dem User anhand von drei Kennzahlen deutlich gemacht wird, welches Potenzial im Facebook Marketing für Unternehmen liegt, folgt eine Übersicht mit insgesamt sechs Themen, die auf der Pillar Page angerissen werden. Die Themen werden permanent in der Navigation der Seite angezeigt, sodass man beim Lesen des Textes zwischen den einzelnen Themen hin und her klicken kann. Für die einzelnen Hauptthemen sind H2-Überschriften hinterlegt. Neben internen Verlinkungen zu den einzelnen Cluster-Themen verfügt die Seite über auffallend viele externe Verlinkungen. Diese sind als nofollow-Links hinterlegt.

pillar-page-hubspot

 

Beispiel #3: Neil Patels Pillar Page zum Thema Affiliate Marketing

Wenn es um Suchmaschinenoptimierung geht, stößt man zwangsläufig auf den Namen Neil Patel. Mit seiner Affiliate Marketing-Seite erzielt er besonders viele Rankings. Bezüglich des Aufbaus, der Schreibweise und der Struktur unterscheidet sich die Seite von vielen deutschen Pillar Pages. Es gibt kein Headerbild und kein Inhaltsverzeichnis. Die Sätze und die einzelnen Abschnitte sind extrem kurz. Einmal angefangen zu lesen, kann man eigentlich gar nicht mehr aufhören. Der Leser erhält in dem Artikel unglaublich viele Tipps, die durch Bilder und Screenshots veranschaulicht werden. Hier können Sie sich die Seite anschauen.

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Weitere Infos zum Thema Pillar Page

Holen Sie sich hier noch mehr Wissensvorsprung zum Thema Pillar Page:

https://blog.hubspot.com/marketing/what-is-a-pillar-page 

https://www.hoppe7.de/blog/was-ist-eine-pillar-page

https://neilpatel.com/blog/pillar-pages-explained/ 

https://www.takeoffpr.com/blog/pillar-pages

https://www.saleshub.ca/pillar-pages-guide 

 

Das Fazit

Eine Sache ist offensichtlich: Wenn wir uns das veränderte Suchverhalten der User und die inzwischen täglichen Anpassungen des Google Ranking-Algorithmus‘ anschauen, sind die Zeiten, in denen man mit Keyword-basiertem Content Rankings erreichen konnte, vorbei.

Für die Suchmaschinenoptimierung ergibt sich daraus die Konsequenz, dass ein systematisches und strukturiertes Arbeiten unabdingbar geworden ist. Das Pillar Page-Konzept bietet eine ideale Basis, um zusammenhängende Inhalte sinnvoll miteinander zu verknüpfen und über den Synergieeffekt eine Autorität aufzubauen.

Googles Ziel ist es, dem User bei der ersten Suchanfrage die beste, allumfassendste und verständlichste Antwort zu liefern. Erhält der User auf der Website eine Antwort auf seine Frage, wird das positiv von Google honoriert. Voraussetzung hierfür ist ein extrem hochwertiger und ganzheitlicher Content. Dieser wird nicht für die Suchmaschine geschrieben, sondern um die Probleme der Buyer Personas zu lösen.

Wenn die Pillar Page mit den passenden Content-Clustern verknüpft ist, wirkt sich das positiv auf die Bouncerate, die Verweildauer und die Interaktionsrate einer Website aus. Darum ist dieses Konzept auch so wunderbar nachhaltig.

Die Einführung einer Pillar Page ist mit ziemlich viel analytischer und konzeptioneller Vorarbeit verbunden. Neben der bereits beschriebenen Qualitätssteigerung der Content-Elemente müssen diese auch oftmals deutlich umfangreicher als in der Vergangenheit werden. Anstelle von vier kurzen Keyword-optimierten Blog-Beiträgen sollte man besser einen ganzheitlichen und problemlösungsorientierten Beitrag verfassen.

Von daher: Üben Sie sich in Geduld! Suchmaschinenoptimierung benötigt Zeit, denn wie heißt es so schön: Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Ein Pillar Page-Konzept muss über einen längeren Zeitraum implementiert und regelmäßig überarbeitet, angepasst und upgedatet werden. Dann werden Sie davon auch langfristig profitieren!

Also zögern Sie nicht und gehen Sie heute noch den neuen Weg in Richtung Zukunft! Do it, do it now!

Wie nutzen Sie Pillar Pages auf Ihrer Website? Verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion! Möchten Sie im Rahmen Ihrer Content-Marketing-Strategie Pillar Pages einsetzen? Wir beraten Sie gerne ausführlich und helfen Ihnen dabei. 

 

 

Das 1x1 der Leadgenerierung

Themen: Content Marketing, Inbound Marketing

Autor: Oliver Ridder

Oli ist im NetPress-Team der Mann für SEO, SEA und Conversion Optimierung. Der Fan des ruhmreichen SC Preußen Münster ist in unserer Berliner Dependance stationiert und hat einen Master-Abschluss in Business Management.

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