Liegt die Zukunft Ihres Unternehmens im Arbeiten 4.0?

Von Michael Bernau | 15.12.2015
 

arbeiten 4.0, digitale transformationHaben Sie schon einmal einen Abakus in der Hand gehabt? Oder besser: Wann haben Sie zuletzt mit einem gearbeitet? Vielleicht fragen Sie sich auch, was genau ein Abakus ist. Egal, wie Sie die Frage für sich beantworten: Dieses Rechengerät gibt es nicht mehr in unserer täglichen Arbeit.

Fakt ist: Mit der industriellen Revolution hat sich unsere Arbeitswelt verändert. Die digitale Transformation ist nicht nur das Buzzword für den Wandel in Unternehmen bezüglich ihrer Wettbewerbsbereitschaft, sondern auch im täglichen Workflow eines jeden Einzelnen. Arbeiten 4.0 heißt es aktuell. Doch was bedeutet das konkret und welche Vorteile können Unternehmen durch diese Veränderungen gewinnen?

Industrie 4.0 = Arbeit 4.0

Die digitale Transformation geht einher mit der Veränderung der Arbeitswelt. Klaus Burmeister schreibt dazu: „Arbeiten 4.0 findet in neuen Business-Ökosystemen und Wertschöpfungsnetzwerken statt. Sie basieren auf standardisierten und optimierten Prozessabläufen in branchenübergreifenden Produktions-, Logistik- oder Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Systemen, die vernetzt interagieren und über das Internet mit den Kunden verbunden ihren disruptiven Charakter entfalten.

Entscheidungen fallen in solch elaborierten Systemen maschinell gestützt und entscheidungs-optimiert. Klassische Managementaufgaben widmen sich deshalb stärker Aufgaben wie dem Coaching oder der kulturellen Organisation reibungsloser Prozesse der Arbeitsorganisation, denn Produktionsentscheidungen übernimmt präziser und rationaler ‚das Systemwissen’.

Die Inhalte der Arbeit werden von den Notwendigkeiten vernetzter Systeme vorgeben. Nur dort, wo sich der Einsatz von Maschinen oder ein Algorithmus nicht rentiert, bleibt der (Fach-) Arbeiter oder Angestellte notwendig.“

Eine sehr lange, aber wie ich finde eindeutige Beschreibung dessen, was sich zukünftig verändern wird. Nämlich eine Zunahme vernetzten Arbeitens statt Handwerk im großen Stil.

Doch nicht nur das sind Bestandteile des Arbeitens 4.0. Die Auseinandersetzung mit der Generation Y, die gleiche Vergütung von Männern und Frauen, Elternteilzeit für beide oder auch die Abschaffung von Hierarchien in Unternehmen fallen darunter bzw. sind große Herausforderungen für die Zukunft. Alles was unsere Gewohnheit in Bezug auf das Wissen von Arbeit und seine Facetten betrifft, wird auf den Prüfstand gestellt. Und genau das kann uns interessante neue Perspektiven bieten.

Wissensarbeit als Vorteil für das Unternehmen

Diese Veränderungen innerhalb der digitalen Transformation benötigen digitale Prozesse, ein Management, das diese aktiv fördert und vorlebt, sowie Fachleute, die die geänderten Bedingungen umsetzen können.

Welche Unternehmen können besonders von den neuen Entwicklungen profitieren? Hier sehe ich IT-Firmen vorne weg, denn im Zuge von Big Data werden zunehmend Spezialisten mit den notwendigen Kenntnissen benötigt. Wie können Daten erhoben werden? Monitoring- und Auswertungstools werden eine immer größer werdende Rolle spielen, da sie zunächst programmiert werden müssen.

Das Tool Scompler von Mirko Lange ist dafür ein gutes Beispiel, da es als Komplettlösung für das Content Marketing konstruiert wurde. Konkret ersetzt es mehrere separate Softwarelösungen, indem beispielsweise ein Themen- und Redaktionsplan in Scompler integriert wird, Analysen betrieben werden und/oder Content-Produktionen gesteuert werden können. Und das von mehreren Personen gleichzeitig, praktisch wie ein Newsroom, nur innerhalb eines Tools.

Für solche oder andere Softwarelösungen werden zukünftig verstärkt Mitarbeiter benötigt, die in der Lage sein müssen, solche Tools zu bedienen sowie deren Auswertungen betreiben und lesen zu können.

Damit wird auch klar, dass sich Entscheidungen in einem viel schnelleren Rahmen abspielen als noch vor wenigen Jahren. Tools wie Hubspot bieten hier schon große Möglichkeiten, um zeitgleich an Projekten mit mehreren Mitarbeitern zu arbeiten. Abstimmungen finden zwar im Team statt, aber nicht mehr zwangsläufig in Meetings, sondern auf installierten Plattformen wie beispielsweise Workfront. Agiles Lernen wird zunehmend gefordert und erwartet.

Employer Branding ist Teil der Zukunft

Unternehmen haben die Aufgabe, nicht nur technisch fit zu bleiben, sondern auch attraktiv für die Mitarbeiter der „Zukunft“ zu sein und zu bleiben. Employer Branding beginnt und endet bei den Mitarbeitern. Das dafür die Rahmenbedingungen geschaffen sein müssen, ist klar. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, moderne Technik und auch flache bis gar keine Hierarchien sind Veränderungen, die gefordert werden.

Der vielbeschworene Fachkräftemangel ist in vielen Branchen bereits angekommen und bis der Nachwuchs da ist, kann es dauern. Attraktivität zu präsentieren und diese zu leben sind zwei verschiedene Dinge. Ich glaube, dass ein bewusstes Wissen darüber, was Mitarbeitern wichtig ist, ein guter Ausgangspunkt ist, um sich gemeinsam zu verbessern. Eine erhöhte Motivation, eine intensivere Bindung an das Unternehmen und weitere Verbesserungsvorschläge seitens der Mitarbeiter können die positive Folge sein.

Ein Beispiel: Kennen Sie die Firma digitalStrom? Das Unternehmen hat seinen Sitz in der Schweiz, agiert aber auch in Deutschland. Erfragt man, wie das Unternehmen wahrgenommen wird, dann ist nur Gutes zu hören. Das könnte daran liegen, dass die Mitarbeiter Lust haben Dinge zu bewegen und der Arbeitgeber in seiner aktuellen Stellenausschreibung explizit Homeoffice-Zeiten anbietet. Employer Branding ist eben, was man daraus macht.

Mehr Produktivität durch Arbeiten 4.0

Vernetzt, flexibel und digital. Das sind drei Adjektive, die mit Arbeit 4.0 zukünftig verbunden sind. Doch wie kann das konkret aussehen? Die Volksbank Heilbronn hat es vorgemacht. Sie hat bis auf den Vorstand alle Hierarchiestufen abgebaut, denn als Genossenschaft muss dieser vorhanden sein.

Der Clou an der Sache: Es gibt keine Abteilungsleiter mehr, sondern nur noch Prozessverantwortliche. Das bedeutet bei der Volksbank Heilbronn, dass sich jeder Mitarbeiter darum bewerben kann, einen Prozess zu verantworten – egal, ob Vorerfahrungen bestehen oder nicht.

Den Vorgesetzten gibt es nicht mehr, Disziplinarrecht wird in der Gruppe entschieden und der Vorstand hat das operative Geschäft direkt auf die Prozessverantwortlichen übertragen. Das Kollektiv entscheidet und auch das ist eine Veränderung, die der Arbeit 4.0 Rechnung trägt.

Im Zuge von „New Work“ stellt sich auch die Frage nach der Produktivität. Verbessert sich diese dadurch? Auf der Ebene einer vernetzten Arbeit in jedem Fall, denn mit dem Einsatz von Tools wie dem „Enterprise Social Network“ vom HR-Software-Anbieter rexx Systems wird den Wünschen von mehr Digitalisierung seitens der Mitarbeiter entsprochen. Denn hier wird die Digitalisierung durch das Teilen des Wissens der Mitarbeiter aktiv umgesetzt. Stichwort: kollektive Intelligenz, da es das Ziel ist, ein Netzwerk innerhalb des Unternehmens zu schaffen.

Die Software selbst bietet die Möglichkeit, eine Art internes Facebook zu sein, indem soziale Interaktionen gefördert werden. Das Ergebnis ist eine erhöhte Mitarbeiterbindung.

Ein weiteres Beispiel, bei dem die digitale Transformation intern bereits umgesetzt wird, ist BOSCH. Das Unternehmen hat vor gut einem Jahr damit angefangen, ein social Intranet zu implementieren, in dem sich die Mitarbeiter austauschen können. Das Ergbnis ist ein sehr offener Austausch unter den Kollegen, der so sonst nicht stattfinden würde. 

Fazit:

Die digitale Transformation ist ein Prozess. Es benötigt eine Strategie, um mit den Auswirkungen auf alle Unternehmensbereiche umzugehen. Denken Sie an Logistik, Marketing, Technik, um nur einige Bereiche zu nennen. In all diesen sind auch Mitarbeiter involviert.

Natürlich werden Schwierigkeiten aufkommen, nicht alle werden den Weg tragen wollen oder können. Nichts desto trotz ist die digitale Transformation nicht aufzuhalten. Ganz im Gegenteil, sie wird sich stetig weiter entwickeln.

Kodak ist ein Beispiel dafür, was passiert, wenn ein Unternehmen die Entwicklung verpasst. Oder anderes Beispiel: Sehen Sie noch Nokia als führend auf dem Handymarkt? Richtig, die Marke ist nicht mehr präsent.

Wir unterstützen Sie bei der Erarbeitung und Implementierung einer digitalen Strategie für Ihr Unternehmen. Sprechen Sie uns an, wir freuen uns auf Sie!

Headerbild: Fotolia / fotohansel

NetPress Whitepaper Digitale Revolution

Themen: Digitale Transformation, HR-Marketing, Digitale Strategie

Autor: Michael Bernau

Ist mit knapp 20 Jahren Marketingerfahrung verantwortlich für das Content-Management und die weitere Entwicklung von NetPress im Kundenumfeld. Er nutzt die gesamte Marketingklaviatur für das Ziel, qualitativ hochwertige Sales Ready Leads zu generieren. Sein Motto lautet: "Geht nicht, gibt's nicht!". Und er liebt Herausforderungen ...

 

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