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Ein fast perfekter viraler Post in 11 Schritten

Von Kerstin Kitzmann | 11.08.2016
 

viraler PostKlicks, Shares, Retweets und Likes sind die Währung, an dem ein “guter” Post gemessen wird. Die Messlatte ist, ohne komplexe KPIs zu bemühen, eigentlich ganz einfach: Je mehr Interaktion durch Leser, Fans und Follower, desto erfolgreicher ist der Post. Doch was ist das Geheimrezept dahinter? Wie lassen sich die besten Voraussetzungen schaffen, um Viralität überhaupt zu ermöglichen? Hier zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt wie ein fast perfekter viraler Post entsteht.

1. Die Zielgruppe entscheidet

Ob Ihr Blogpost gut oder nicht so gut ankommt, entscheiden allein Ihre Leser. Ist das, was sie lesen, interessant oder hat einen Unterhaltungswert? Dann wird es gerne auch weiter in anderen Netzwerken geteilt. Oder regt Ihr Blogpost zur Diskussion an? Dann wird er gerne kommentiert und Sie können sich über großes Feedback freuen. Vorausgesetzt, Sie haben die Funktion freigeschaltet und sind auch bereit zu offenen Diskussionen im Netz.

Versuchen Sie daher herauszufinden, was Ihre Zielgruppe, Ihre Kunden interessiert, welche Themen für sie relevant sind und wie Sie diese am besten präsentieren können.

Haben Sie Mut zu einem überzeugenden Auftritt und bleiben Sie bei Firmenblogs und in Ihrer gesamten Kommunikation authentisch. Ein traditionelles KMU muss nicht auf einmal jung und hipp sein, wenn dies nicht seinem Markenkern und seinem sonstigen Auftreten entspricht.

Recherchieren Sie auch, in welchen Social-Media-Kanälen sich ihre potentiellen Kunden aufhalten. Auf Kanälen, wo ihre Zielgruppe nicht oder noch nicht aktiv ist, sichern Sie sich zumindest Ihren Markennamen. So verschwenden Sie keine Zeit und Ressourcen.

Unser Tipp: Auch wenn Sie noch so motiviert sind oder unter Druck stehen: Vermeiden Sie die Aktionismus-Falle und möglichen Cat-Content. Lassen Sie sich Zeit für die Recherche und planen Sie auf dieser Basis die Social Media Strategie und die Maßnahmen.

2. Jedes Netzwerk hat eine andere Sprache

In Bayern können Sie mit Plattdeutsch nicht punkten. Umgekehrt auch nicht. Und auch im Web hat jedes Netzwerk sozusagen seinen eigenen Dialekt und seine Eigenheiten. Darum widerstehen Sie der Versuchung, schnell und automatisch Ihren Blogcontent über alle möglichen Social-Media-Kanäle automatisiert zu verteilen. Sondern beherzigen Sie die Regeln des einzelnen Netzwerks.

Zum Beispiel sind auf Twitter ausschließlich 140 Zeichen möglich. Das schließt die URL schon mit ein. Auf Facebook und auch Instagram sind wiederum längere Postings und eine persönliche Ansprache möglich und oftmals sinnvoll. Bei allen drei genannten Kanälen können Hashtags vergeben werden. Wesentlich für die Suche sind sie auf Instagram und Twitter. Wobei auf Twitter ein relevantes Hashtag ausreichend ist. Recherchieren Sie genau, welches Hashtag zu Ihrem Thema passt, denn viele Nutzer haben die Hashtags, an denen sie interessiert sind, auch über andere Services abonniert. Wenn Ihr Tweet dann auch noch retweetet wird, können Sie schnell Ihren Interessentenkreis und die Anzahl der Follower erweitern.

Bei Instagram als Foto-Plattform legen Sie nicht nur eine besondere Sorgfalt auf die Auswahl der Bilder, sondern auch auf die Hashtag-Recherche. Am besten legen Sie sich eine komplette Liste in Ihrem Texteditor an. Bezüglich der Keywords dürfen Sie hier aus dem Vollen schöpfen und so viele einsetzen, wie das Textfeld zulässt.

Unser Tipp: Setzen Sie sich mit den verschiedenen Regeln und Verhaltensweisen auf den ausgewählten Social-Media-Kanälen genau auseinander. Und optimieren Sie in Ihrem Blog Social Sharing Buttons zum Teilen der Posts für die einzelnen Kanäle.

3. Headline sorgt für Aufmerksamkeit

Ein Portal, das allein aufgrund seiner Headlines viel Aufmerksamkeit generiert – und dabei die BILD-Zeitung noch bei weitem übertrifft–, ist www.hefig.de. Reißerisch und mit möglichst wenigen Worten gewinnen die Überschriften regelmäßig die Aufmerksamkeit der Leser. Sie wecken Erwartungen und das Bedürfnis beim Leser, mehr über das Thema zu erfahren. Aber spätestens beim Klick auf die Headline fühlt sich der Leser vermutlich hintergangen, denn seine Erwartungen werden in der Regel nicht erfüllt. Das Prinzip funktioniert zwar, sollte aber in dieser Form für Unternehmensblogs, die Vertrauen aufbauen wollen, nicht angewendet werden.

Der affenblog setzt sich mit Prinzip und Wirkungsmechanismen von Headlines auseinander. Hier können Sie sich reichlich Anregungen holen, wie sich Headlines möglichst schlagkräftig und interessant formulieren lassen. Und es gibt sogar 51 Überschrift-Vorlagen, bei denen Sie sich gerne bedienen dürfen.

Unser Tipp: Eine gute Überschrift soll neugierig machen und Aufmerksamkeit wecken. Aber sie muss die Erwartungshaltung, die sie weckt, auch erfüllen, sonst springt der Leser ab.

4. Emotionen begeistern

Kennen Sie die Werbung von Edeka? Nein? Dann sollten Sie sich diesen Spot ansehen:

Was haben Sie gespürt, als Sie das Video gesehen haben? Waren Sie gefangen, hatten Sie Tränen in den Augen oder mussten Sie lachen? Genau darum geht es! Auch wenn dieses Video sehr unterschiedliche Kritiken bekommen hat. Emotionen reißen mit, Menschen, die Sie zum Lachen oder zum Weinen bringen, werden sich Ihre Botschaften merken und teilen. Aber achten Sie darauf, dass Sie glaubwürdig bleiben.

Unser Tipp: Zeigen Sie, wer Sie sind, was Sie als Unternehmen ausmacht. Damit können Sie gleichzeitig einen Blick hinter die Kulissen gewähren und Ihre Stärken kommunizieren.

5. Content mit Mehrwert gewinnt

Beim Satz “Content is king” winken Sie gleich ab, weil Sie ihn schon zu oft gehört haben? Aber genau darum geht es. Mehrwert steckt in fast jedem Post und es liegt an Ihnen, diesen zielgruppengerecht herauszuarbeiten.

Ein Blick hinter die Kulissen, ein Instagram-Video über die Herstellung eines Produkts, der Tweet zu einer weiteren interessanten Quelle aus Ihrem Branchenbereich und viele weitere Formate bieten Ihren Fans und Followern interessante Einblicke in Ihr Unternehmen bzw. in Ihre Unternehmungen. Und unterstützen Sie beim Aufbau Ihrer Online Reputation. Sobald Sie Ihren Kunden einen echten Nutzen mit Ihrem Content bieten, zahlt das langfristig auf Ihre Expertise und damit auf Ihren guten Ruf ein.

Unser Tipp: Helfen Sie mit, die Probleme Ihrer Kunden zu lösen. Stellen Sie Ihnen relevante Informationen, News aus Ihrem Bereich, Infografiken und Checklisten zur Verfügung.

6. Bilder visualisieren

Mit Bildern sorgen Sie für Aufmerksamkeit und lockern zudem einen Text auf. Auf Instagram können Sie ganze Geschichten damit erzählen und gleichzeitig eine hohe Reichweite erzielen. Ein gutes Bild wird oftmals auch auf weiteren sozialen Kanälen geteilt. Je aussagekräftiger Ihre Bilder sind, desto eher fühlen sich die Konsumenten angesprochen. Gute Beispiele sind hier die Firmen Nike und Starbucks, die eine sehr lebendige Bildsprache für ihre Produkte entwickelt haben. Einen Artikel über deutsche Unternehmen, die auf Instagram erfolgreich sind, finden Sie hier. Lassen Sie sich davon inspirieren.

Unser Tipp: Bestücken Sie Ihren Blog mit mehreren Bildern, und nutzen Sie beim mehrfachen Posten jeweils andere Bilder. Stellen Sie zum Teilen möglichst Bilder zur Verfügung, die lizenzrechtlich nicht geschützt sind und sich ohne Probleme teilen lassen.

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7. Listen und Grafiken

Neben Fotos sind auch Listen und Infografiken zum Teilen sehr beliebt. Das liegt in der Natur der Sache, denn Content, der sich leicht erfassen lässt und gleichzeitig einen Mehrwert bietet, wird gerne verbreitet. Um Infografiken selbst herzustellen, gibt es verschiedene kostenlose Tools. Eine gute Übersicht finden Sie hier bei t3n. Achten Sie bei der Erstellung von Infografiken und Listen darauf, dass sie klar gegliedert und leicht erfassbar sind. Zu viele Farben lenken ab und eine schlecht lesbare Typo erfreut keinen Nutzer.

Unser Tipp: Nutzen Sie für die Verbreitung auf Twitter auf jeden Fall das Hashtag #infografik. Und veröffentlichen Sie Ihre Listen und möglicherweise lange Infografiken vorab auf Pinterest und binden Sie sie dann in ihren Blog ein. Das sieht auch im Blog ansprechender aus.

8. Storytelling: So wird’s spannend

Wenn Sie die Themen und Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe genau erkundet haben, dann wissen Sie auch, welche Themen relevant sein können. Und mit etwas Inspiration lassen sich diese auch gut verpacken. So ist z.B. die Krones AG, ein Hersteller von Abfüllanlagen für Getränke, einen originellen Weg gegangen, um kleinere Brauereien anzusprechen, die Craft Beer brauen. Sie starteten ein Blog speziell zum Thema: das Craft Beer Blog. Um eine gute Reichweite zu erzielen, posteten sie hier ein ungewöhnliches Experiment: Das Brauen von Butterbier, das durch Harry Potter bekannt geworden ist. Und an dem sich schon viele Brauer versucht haben.

Gutes Storytelling Marketing muss Ihre Zielgruppe mit der Marke verbinden, so wie das Craft Beer Blog der Krones AG zwar viele Geschichten erzählt, dabei aber in Inhalt und Ansprache einen engen Bezug zum Markenkern hält.

Unser Tipp: Nutzen Sie Storytelling für Ihre Zielgruppe. Sammeln Sie Ideen, welche Themen dafür in Frage kommen. Und machen Sie Ihre Marke unverwechselbar und grenzen sich damit von anderen Marken ab.

9. Lokales verbindet

Menschen fühlen sich Ihrer Heimat oft verbunden. Genau hier bietet sich eine gute Möglichkeit, um für Ihre Inhalte mehr Reichweite zu erzielen. Schon 2012 wurde festgestellt, dass jede 3. Suchanfrage lokal bezogen war. Nehmen Sie die Menschen mit und verbinden Sie sie mit Ihrem Unternehmen, denn Lokalpatriotismus vereint. Und vielleicht gibt es im direkten Umfeld ja auch potenzielle Mitarbeiter.

Unser Tipp: Engagieren Sie sich lokal und nehmen Sie passende Geschehnisse mit in Ihre Kommunikation auf. Lassen Sie Mitarbeiter aus dem Ort zu Wort kommen und nutzen Sie lokale Events. Bringen Sie sich ein und seien Sie Teil einer starken Gemeinschaft - nutzen Sie diese Stärke auch für Ihre viralen Posts.

10. In der Kürze liegt die Würze

Wie schon in Punkt 2 erwähnt, hat jedes Netzwerk seine individuelle Sprache. Dazu gehört auch die Anzahl der Zeichen. Bei Blogposts spricht man von mindestens 1.000 Wörtern. Diese Aussage ist leider nicht korrekt. Wichtig ist, dass Ihr Artikel etwas zu sagen hat und den Lesern einen Nutzen liefert. Das kann auch mit 500 Wörtern erfolgen.

Orientieren Sie sich an der Mindestanforderung von Google, die besagt, dass ein Artikel mindestens 300 Wörter umfassen sollte. Aber in der Regel kommt man weit darüber, wenn man sich intensiv mit seinem Content beschäftigt. Etwas anders sieht es bei Facebook aus. Dort werden rund 100 Zeichen empfohlen und auf Twitter selbst sind ausschließlich 140 Zeichen möglich. Hier besteht die Kunst darin, kurz, knapp und präzise Ihre Message auf den Punkt zu bringen.

Für alle Post gilt jedoch: So lang wie nötig, so kurz wie möglich.

Unser Tipp: Achten sie bei Artikeln jeglicher Art darauf, diese zu strukturieren. Zwischenüberschriften, Absätze, gelegentliche Fettungen und kurze wie aktiv formulierte Sätze sorgen für mehr Lesefreundlichkeit.

11. Sharability schaffen

Eigentlich ganz einfach, aber oft nicht beachtet: Ihr Content muss vor allem gut teilbar sein. Machen Sie es Ihrem Leser so leicht wie möglich, Ihren Content zu teilen. Fügen Sie dazu Social Buttons in Ihren Blogtext ein. Und bereiten Sie den Text für jeden Kanal, den Sie anbieten, extra auf. Denn niemand mag gern beim Teilen noch am Text redigieren. Deshalb muss der Text passen: die richtige Länge für den jeweiligen Kanal, eine knackige Headline und das passende Hashtag. Bei Twitter gehört auch das Twitterhandle des Autors mit rein. Dann werden Sie automatisch benachrichtigt, wenn Sie retweetet oder erwähnt werden.

Wie oben in Punkt 7 schon erwähnt: Stellen Sie zum Teilen ruhig mehre Bilder zur Verfügung. Prüfen Sie genau, was Ihre Blogsoftware automatisch tut. Sie übernimmt zumeist nur das erste Bild im Artikel oder auch aus dem Umfeld, was nicht immer optimal ist. Stöbern Sie nach Plug-Ins, mit denen sich Ihre Leser die Bilder aussuchen können, die sie teilen möchten.

Beim Teilen wird nicht nur das ausgesuchte Bild, sondern auch der Metatext neben dem Bild übertragen. Achten Sie darauf, dass dieses Snippet den Content oder Nutzen beschreibt und nicht dieselbe Aussage wie die Headline hat.

Beim Thema Share-Zähler gehen die Meinungen auseinander. Viele wollen nicht kundtun, dass ihre Posts vielleicht noch wenig geteilt werden. Andererseits zahlt es auch immer auf das Trust-Konto ein, denn einen Blogpost, der bereits geteilt wurde, teilt man doch auch lieber. Bei Twitter wurde leider Ende letzten Jahres die Share-Count-API abgeschaltet. Man kann aber versuchen, sich die Zahlen wieder via twitcount.com oder OpenShareCount zurückzuholen.

Unser Tipp: Setzen Sie in Ihr Blog auch Verlinkungen zu Ihren eigenen Social-Media-Kanälen. Lassen Sie Kommentare zu, um in einen Dialog zu kommen. Es soll im Social Web um Austausch gehen, nicht um Berieselung. Wenn Sie eine Facebook-Fanpage betreiben, dann bauen Sie nicht nur den Facebook-Sharing-Button mit ein, sondern auch den Like-Button, so dass Sie gleich auch auf Ihrem Blog mit einem Click Freunde gewinnen können.

Und noch ein viraler Post-Tipp zum Abschluss: Investieren Sie mindestens soviel Zeit in die Distribution wie in das Content Marketing. Posten Sie lieber weniger und sorgen sich um die Platzierungen, wenn das Zeitbudget knapp ist.

Headerbild: Fotolia / thingamajiggs

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Themen: Content Produktion

Autor: Kerstin Kitzmann

in der klassischen wie in der digitalen Marketingwelt zuhause und ständig in Social Media unterwegs. Als Generalistin für Digitale Kommunikation, Public Relations und Social Media entwickelt sie Content-Strategien für eine vernetzte Kommunikation.

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