Digitalisierung: Mehr Kulturwandel als Technikwandel?

Von Kerstin Kitzmann | 01.10.2015
 
Die Digitalisierung hält Einzug in alle Unternehmensbereiche. Bisherige, auch gut funktionierende Geschäftsmodelle müssen hinterfragt und neu überdacht werden. Ebenso kommen bestehende Prozesse und Arbeitsweisen auf den Prüfstand. Auf die Mitarbeiter eines Unternehmens wird der Wandel zum digitalen Unternehmen erhebliche Auswirkungen haben.

Kulturwandel vor Technik

Dies wird bei der strategischen Planung häufig unterschätzt. Treiber der Digitalisierung sind in Unternehmen häufig die IT- und Technikabteilungen. Sie entscheiden über zukunftsgerichtete Technik und Tools, die im Unternehmen eingesetzt werden und die maßgeblich die digitale Strategie mitgestalten. Und damit auch über die Gestaltung eines modernen Arbeitsplatzes, der den neuen Anforderungen gerecht wird an Vernetzung, erhöhtem Informationsfluss, Wissensmanagement und Mobilität . Doch damit alleine ist es nicht getan. Die Technologien schaffen lediglich die Voraussetzungen für einen Wandel. Im Mittelpunkt des digitalen Wandels steht der Mitarbeiter. Employer Branding wird in Zukunft für Unternehmen immer wichtiger werden.

Unternehmenskultur im Wandel

Viele „Digitale Projekte“ in Unternehmen scheitern, weil der Fokus auf Technik und Tools liegt und der Mitarbeiter nicht mit auf den Weg genommen wird. Denn der digitale Wandel ist im Wesentlichen ein Kulturwandel im Unternehmen. Und der ist viel komplexer als manche Technologie und muss strategisch geplant und umgesetzt werden. Bei einem Digitalisierungsprojekt gehen schätzungsweise nur 20 Prozent der Investition von Unternehmen in die Einführung von neuen Technologien, aber rund 80 Prozent entfallen auf die Kosten für die Mitarbeiter, die mit dieser Technologie dann umgehen. Deshalb sollte der Fokus auf dem Veränderungsmanagement und Human Relations liegen.

Digitalisierung erhöht Arbeitgeberattraktivität

Denn ist der Wille zum Wissensaustausch nicht vorhanden und beharren Mitarbeiter auf ihrem Wissensvorsprung, dann wird das digitale Projekt von vornherein zum Scheitern verurteilt sein. Auch die offene Kommunikation bei der Nutzung von Collaborativen Tools muss erst einmal gelernt werden und stößt nicht immer gleich auf Begeisterung. Insbesondere Führungskräfte sind hier gefordert, so wie sich auch die gesamte Führung des Unternehmens umdenken muss. Wissen und Verantwortung werden im digitalen Unternehmen geteilt. Der einzelne Mitarbeiter bekommt mehr
Eigenverantwortung und Gestaltungsspielraum. Und dies steht bereits bei vielen Menschen ganz oben auf der Wunschliste für einen erfüllten Job. So wird mit höherem Grad an Digitalisierung das Unternehmen automatisch zu einem attraktiveren Arbeitgeber. Und zieht qualifizierte Führungskräfte durch eine offene Kommunikation aufAugenhöhe, der Nutzung von Social-Media-Kanälen und einer zielgerichteten Präsenz im Netz automatisch an.
 
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Bildquelle: (c) - Rawpixel Fotolia

Themen: Digitale Strategie, Digitale Transformation

Autor: Kerstin Kitzmann

in der klassischen wie in der digitalen Marketingwelt zuhause und ständig in Social Media unterwegs. Als Generalistin für Digitale Kommunikation, Public Relations und Social Media entwickelt sie Content-Strategien für eine vernetzte Kommunikation.

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